Archiv der Kategorie 'wollte ich nur mal so da lassen'

Du bist „1a Deutsche Muskelarbeit“!

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Stalker empfiehlt: Slavoj Zizeks „The pervert’s guide to cinema“

THE PERVERT‘S GUIDE TO CINEMA bietet eine Einführung in einige von Zizeks fesselnsten Ideen über die Fantasie, Realität, die Sexualität und das Begehren, sowie Subjektivität, Materialismus und filmische Form. Ob er David Lynch’s Filme enträtselt, oder alles verwirft, was man jemals glaubte, über Hitchcock zu wissen, Zizek erhellt die Leinwand mit seiner Leidenschaft, seinem Geist und seinem unerschöpflichen Sinn für Humor.

Und als kleines Schmankerl, Zizek zu Vegetariern:

Franzosen können doch lachen, einige zumindest.

Braunschweig-Chaoten überfallen Fan-Kneipe

Titelte die Bild am Montag. Hannover und Braunschweig sind zwei Städtchen in Niedersachsen, die beide nicht viel zu bieten haben und die beide nicht viel verbindet. Als ständige Konkurrenten im Streit um die besten Standortfaktoren mischen natürlich auch die Anhängerschaften der beiden Fussballvereine mit, hier kulminiert der Hass aufeinander, hier werden Nägel mit Köpfen gemacht. Als besonders Listig erwiesen sich jetzt die (vermutlich) Braunschweiger. Sie warteten bis die Hannoveraner bei einem Auswärtsspiel waren, schlichen sich dann in eine Kneipe, in der auch Kinder waren und warfen ein paar Biergläser um. Hut ab! Stalker bleibt am Ball und hofft mit den Worten der AAH auf „Eskalation“.

hannoi
Irgendwie haben sie es auch nicht besser verdient. Niveauvolle Provokationen der 96-Fans.

Zur Scheinform des Clubs

„Denn erstens ist die Bewegungsästhetik von Pop (Tanzen, body politics) ein so gut wie alle Stücke in der einen oder anderen Weise querendes Thema. Und zweitens baumelt daran die Frage nach den „Bewegungen“ als sozialästhetischer Klammer und Ort dieses Bewegens. Auch Saalschutz meinen nicht nur das Tanzbein, wo sie über Bewegung sprechen. Sie meinen auch: Community, Party und die daraus entstehende Bewegung, an die PoptheoretikerInnen vor mehr als zehn Jahren beinahe panisch glauben wollten. Leider hat sich diese aber wie alle Bewegungspositionen als Leerform erwiesen. Zumindest da, wo sie nicht durch eine Abgrenzungspraxis – und damit: Reflexion über die eigene Form und ihren Inhalt – befestigt wurde. Denn kurz später wurde der Club wieder der soziale Ort, wo nach sexistischen Kriterien gecastete ZigarettenmarkenpröbchenverteilerInnen rumliefen.
Saalschutz verbleiben meist strikt im Radius der realen Tanzfläche dieses Clubs und auf der abgezirkelten virtuellen, auf der sich die Positionsgespräche von Clubkultur bewegen. Schlagworte und midlifekriselnde Kampfrufe (das ganze „Shake your…“– und „Move your…“– Gedöns) dieser Kultur werden noch bzw. wieder einmal auf manchmal sogar ganz nett angespitzte, manchmal auch nur zeitgeiststumpfe Neo-Disco-Klopper drapiert. Mikropolitik als Bonsaipolitik. Aber egal, schütten Sie einfach ein bisschen abgestandene Euphorie und ein paar halblustige und halbschlaue Reime über die ramponierten Widersprüche, und die sehen wieder aus wie neu. Dieser spezifischen Form von Polit-Pfusch verdanken sich ja viele Linke-Ikonen-Wannabe-Projekte der Gegenwart.

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